Wie hießen noch gleich die Sieger beim letzten Eurovision Song Contest? Schon vergessen – die Zeit ist schnelllebig. Um im Gedächtnis haften zu bleiben, reicht ein Sieg beim internationalen Song-Contest heute nicht mehr aus. Wer er ist, muss man dagegen in Europa und vielen anderen Ländern der Welt niemandem mehr erläutern. Dreimal gewann er die begehrte Sangestrophäe – zweimal als Sänger, einmal als Komponist – und wurde damit zur Legende: Johnny Logan. Unvergessen seine Titel "What's Another Year" und "Hold Me Now", die ihn zum Schwarm einer ganzen Generation machten und zu Evergreens wurden – ganz im Unterschied zu vielen anderen Siegertiteln, die sich heute niemand mehr anhören will.
Trotz vieler "Ups and Downs" in seiner Laufbahn blieb er sich und seiner Musik treu, daran änderten auch Ausflüge ins Schauspielgeschäft (er spielte unter anderem in Musicals und TV-Filmen mit) nichts. Die Größen des internationalen Musikgeschäfts gaben sich mit ihm die Ehre, Montserrat Caballé, Helen Shapiro, Ute Lemper, Helmut Lotti bis hin zum Royal Philharmonic Orchestra; er schrieb Songs und Soundtracks von den Leichtathletikmeisterschaften bis zum TV-Renner "Derrick". Und immer wieder veröffentlichte er eigene Alben. Das aktuelle mit dem Titel "We All Need Love" wurde in Dänemark produziert und avancierte in den skandinavischen Ländern bereits zum Bestseller. Mit dem Album hat sich der Sänger einen Traum erfüllt und singt neben Eigenkompositionen Titel, die zu seinen absoluten Lieblingssongs gehören: "Lean On Me", "Favorite Waste of Time", "All Out of Love". Mit seiner einmaligen Stimme gibt er ihnen ein unverwechselbares Profil. Insgesamt 13 Popsongs in einem filigranen Gitarrensoundgewand manifestieren den Reifeprozess, den Johnny Logan in den letzten Jahren vollzogen hat. Seine Musik ist nach wie vor zeitlos und zeitgemäß zugleich, so sehr, dass die Songs zweifelsohne Einzug in die Formatradios halten werden – die erforderliche Gratwanderung ist ihm und seinen Produzenten perfekt gelungen. Und der Erfolg im Ausland demonstriert: Qualität setzt sich durch. (Aber wie zum Teufel hießen diese letzten Grand-Prix-Sieger?)